Sakralbau


Kirchen stellen eine besondere Aufgabe dar. Zwar werden derzeit keine neuen christlichen Kirchen in Berlin mehr errichtet, aber die Unterhaltung und die Sanierung der in der Regel denkmalgeschützten Bauwerke stellt eine interessante und verantwortungsbewusste Bauaufgabe dar.

Gerne arbeiten wir mit Gemeinden zusammen und unterstützen Sie bei der Erhaltung und Sanierung Ihrer Gebäude.

Unsere Planungsaufgabe bestand darin, für den Verein „Mit einer Stimme Sprechen“ einen Ort des Gedenkens und der Mahnung für die Opfergruppen der Armenier, Griechen Kleinasiens und der Aramäer im Osmanischen Genozid zu schaffen. Wir konnten vier Erbbegräbnisstätten auf einem Berliner Friedhof zu einer Gedenkstätte zusammenführen. Die drei Opfergruppen flankieren die zentrale Gedenktafel. In vier unterschiedlichen Sprachen werden die Orte, von denen der Genozid ausging, benannt, die Steine dazwischen erinnern an die vielen namenlosen Opfer.

Viele Nachkommen der Opfer haben so einen würdigen Ort des Gedenkens erhalten.

Alle haben sehr gestaunt, als mehr durch Zufall entdeckt wurde, dass die im Inneren eher schlicht gestaltete Kirche im Wedding ein Schmuckstück ist mit historischer Bedeutung. Das sich unter der beigen Nachkriegsfarbe ein Feuerwerk an Gestaltung und Farben verbarg, war nicht zu erkennen gewesen.

Die Pfarrkirche in St. Joseph im Wedding ist mit seiner Bauzeit um 1909 und seinem historischen Baustil ein Beispiel der Kirchenbauweise in Berlin des beginnenden 20. Jahrhunderts. Wichtig sind die Ausmalungen des Innenraums im Stil der Beuroner Malschule. In aufwendiger Kleinarbeit wird unter unserer Leitung die nach 1945 übermalte Gestaltung wieder hergestellt.

Die denkmalgeschützte Kirche St. Aloysius in Berlin-Wedding ist als Gemeindezentrum geplant worden. Es gehören baulich der Pfarrsaal, das Pfarrhaus und das Kirchengebäude zusammen und sind beispielhaft für die Kirchenbauarchitektur der 50er Jahre.

Falsche Materialien und ein falscher Anstrich haben zur Zerstörung der Innenwandoberfläche des Kirchenraumes geführt. Der gesamte Innenraum wurde renoviert und farblich neu gefasst.

In enger Zusammenarbeit mit der Denkmalpflege betreite unser Architekturbüro die Sanierung und Unterhaltung der Gebäude.

Im dritten Bauabschnitt wurde der Originalzustand der Apsis vor 1945 unter unserer Leitung wiedererrichtet. Die historischen Ausmalungen wurden restauriert und die künstlerischen Ausgestaltungen im Stil der Beuroner Malschule in ihrer ursprünglichen Farbigkeit wiederhergestellt.

Der neue Adachtsraum hat etwas Sakrales mit seiner Glaswand von dem Glaskünstler Paul Corazolla und dem Gemälde es Berliner Malers Dieter Mammel. Die Altarmöbel sind in massiver Eiche von einer Jugendwerkstatt erstellt worden.

Es finden hier nicht nur Andachten statt, hier wird gesungen, Sport gemacht, sich versammelt, gelacht aber auch in Trauer verabschiedet.

Eine Kirche hat ein Schiff, ein Kirchenschiff. Unsere Kapelle in seiner rechteckigen Grundform spielt mit diesem Thema.

Die Decke hat eine Form wie ein Schiffsrumpf, der segnende Christus vor seiner Altarwand ist das Segel, das Fahrt und Richtung gibt. Die Sonne scheint durch die bleiverglasten Fenster und schafft einen atmosphärischen und mystischen Raum.

Betreten wird die Kapelle durch die Tür aus Olivenholz, die Türgriffe bilden den christlichen Fisch.

Für diese kleine Friedhofkapelle wurde ein energetisches Gutachten angefertigt und entsprechend der Berechnungen eine Sanierung durchgeführt, mit dem Ergebnis, dass das Schwitzwasser von den Wänden lief und die alte Orgel zerstörte.

Eine Kapelle wird nur kurz genutzt und auch im Winter nur kurz für viele Menschen aufgeheizt. Beim Abkühlen der Raumluft kondensiert die Feuchtigkeit der Luft an den Wänden, das kennt eigentlich jeder, der eine Brille im Winter trägt.

Östlich an das Siedlungshaus schließt die 1868 erbaute Friedhofskapelle an. Der neugotische Backsteinbau mit Holzdachstuhl gehört zur Anlage des evangelischen Alleequartierfriedhofs und musste im Innenraum ein zweites Mal renoviert werden.